52 spannende Eskapaden in und um Berlin (Buchtipp)

Ich lebe ja seit mittlerweile über 32 Jahren in Berlin, und behaupte mal, ich kenne mich hier ganz gut aus. Nichtsdestotrotz macht mich diese Stadt in all ihrer Vielfältigkeit nach wie vor und immer wieder neugierig. Ich kenne ganz viel, und noch mehr kenne ich nicht. Das liegt zum einen am stetigen und rasanten Wandel, der hier stattfindet, aber auch daran, dass Berlin einfach ungeheuer groß ist.

Aus diesem Grunde lese ich gerne Berlin-Bücher. Ich schaue immer mal wieder in Buchhandlungen nach, was es so Neues gibt auf dem Sektor, und habe mittlerweile eine ganze Sammlung von Berlin-Reiseführern – einer stammt sogar noch aus den frühen 80er Jahren, als ich zum ersten Mal hier hergereist bin, mit 16 Jahren, auf Klassenfahrt.

Jetzt hat die Berliner Reisebloggerin Inka Chall ein weiteres Berlin-Buch geschrieben. Es heisst ’52 kleine & große Eskapaden in und um Berlin’. Hat mich natürlich auch neugierig gemacht, und deshalb war ich sehr erfreut, dass mir der Dumont-Verlag netterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Ein wirklich schönes und außergewöhnliches Reisebuch

Ich sag’s mal direkt: ich finde das Buch klasse, und zwar in vielerlei Hinsicht. Zunächst mal bin ich äußerst fasziniert. Ich kenne Inka mehr oder weniger nur vom Sehen, weiss aber jetzt, dass sie ein völlig anderes Berlin-Leben lebt als ich. Ich bin ja mehr so das Stadtkind, fahre mit S- und U-Bahn durch die Gegend, und beschäftige mich auf meinem Blog in erster Linie mit Hotels. Natur finde ich gut, aber zuviel davon ist mir suspekt. Ich habe noch nie im Leben gezeltet, und schwimme lieber im Pool als im See.

Nach dem Buch zu urteilen, ist Inka da ganz anders. Inka lebt anscheinend ein naturverbundenes Leben in und um Berlin. Inka zeltet im Wald, fährt mit dem Kajak auf der Spree, bouldert, übernachtet in Gurkenfässern und reitet auf Kamelen. Und ja: auch das ist Berlin, und genau das ist eben das Fazinierende. In dieser Stadt (plus dem Umland) geht irgendwie wirklich ALLES. Einiges davon kannte ich natürlich auch: Urban Gardening in den Prinzessinnengärten in Kreuzberg, den noch relativ neuen Gleisdreieckpark, den Flakturm im Humboldthain, die Pfaueninsel, die Berliner Unterwelten und Mauergedenkstätte an der Bernauer Strasse, ‘Gärten der Welt ‘in Marzahn – es gibt also durchaus Schnittmengen zwischen ihrem Berlin-Erleben und meinem.

Dann gibt es in dem Buch Sachen, die ich immer schon machen wollte, aber in 32 Jahren nicht ein einziges Mal geschafft habe, wie z.B. eine Schifffahrt auf der Spree, durch die Innenstadt, durch das Regierungsviertel usw.  Danke für den Anstupser, Inka – diesen Sommer mache ich das definitiv endlich auch mal.

Und dann gibt es darüber hinaus noch jede Menge, von dem ich vorher noch nichtmal was gehört hatte, z.B. den Holzmarkt an der Spree. Werde ich auch umgehend aufsuchen, sieht sehr spannend aus.

Kleine, mittlere und große Ausflüge

Das ist aber jetzt eigentlich nur der Berlin-Teil des Buches. ’52 kleine und große Eskapaden in und um Berlin’ besteht aus drei Abschnitten: Ausflüge, die nur einige Stunden dauern, Ausflüge, für die man einen ganzen Tag einplanen sollte und Mini-Trips für 2 bis 3 Tage.

Geniale Einteilung, wie ich finde, da ist wirklich für jeden und für jedes Zeitbudget und auch jede Jahreszeit was dabei. Wie gesagt, der Schwerpunkt ist schon die Natur, vor allem bei den längeren Ausflügen nach Brandenburg, aber es gibt noch vieles mehr.

Was ich aber besonders schön finde an dem Buch: man spürt deutlich, wie Inka sich mit ganz viel Neugier und offenen Sinnen durch die Gegend bewegt. Mein Eindruck ist, dass sie das sehr glücklich macht, zumindest kommt das so rüber und das wirkt ungeheuer ansteckend, wenn man in dem Buch liest.

Und: mir gefällt die Gestaltung sehr, vor allem auch die Fotos.

Für wen ist das Buch?

Ich sag’s mal anders rum: wenn jemand zum ersten Mal für ein paar Tage nach Berlin kommt, und sich einen ersten Überblick über die gängigen Sehenswürdigkeiten verschaffen will, dann ist das ’52 kleine & grosse Eskapaden in und um Berlin’ das falsche Buch, da dort eher ausgefallenere Ausflugsideen präsentiert werden.

Wer schon des öfteren hier war, und Berlin abseits der üblichen Touri-Hotspots genauer kennenlernen möchte, wird dieses Buch aber wahrscheinlich sehr inspirierend finden. Ich als Berlinerin mit Neugier auf diese Stadt fand die Lektüre super interessant, und auch alle, die mal ein bisschen das Brandenburger Umland kennenlernen wollen, finden jede Menge Ideen.

Von mir eine 100prozentige Kaufempfehlung!

 

Inka Chall

’52 kleine & große Eskapaden in und um Berlin: Ab nach draußen!’

DUMONT Reiseverlag

Taschenbuch, 232 Seiten

14,99 Euro

 

Inka’s Blog heisst übrigens ‘Blickgewinkelt’

Falls du eine Berlinreise planst und auf Hotelsuche bist, ich habe jede Menge Hoteltipps auf meinem Blog, z.B. für Luxushotels oder coole Design-Hotels. Einen Artikel über das grüne Berlin habe ich letztes Jahr auch geschrieben.

Das Titelbild für diesen Beitrag ist übrigens von mir, und stammt nicht aus Inka’s Buch.