Essen auf Sylt: zweieinhalb echt leckere Tipps

An was denkt man so ganz spontan beim Thema Essen auf Sylt? Den meisten Menschen kommen höchstwahrscheinlich als erstes Austern, Kaviar und der obligatorische Champagner in den Sinn. Und als zweites vielleicht Fisch, Fisch und noch mehr Fisch.

Das ist alles richtig. Wenn du gerne Fisch isst, kommst du auf Sylt absolut auf deine Kosten, da gibt es an jeder Ecke eine Riesenauswahl, und die reicht von der Fischbrötchenbude bis zum Nobelrestaurant. Auch Fleischesser bekommen absolut keine Probleme, denn genau wie die Fischgerichte steht Fleisch auf jeder Speisekarte.

Essen auf Sylt: vegetarisch und vegan

Wenn du als Vegetarier oder Veganer auf Sylt Urlaub machst, dann schraub deine Erwartungen mal lieber sehr weit runter. Klar, man findet was, aber speziell was Restaurants angeht, muss man teilweise ziemlich rumsuchen, und sich auch oft mit einem einzigen vegetarischen Alibi-Gericht zufriedengeben, mehr gibt die Karte nicht her. Und das ist dann häufig so schlicht und dabei so teuer, dass zumindest ich keine Lust drauf habe. Ein Beispiel? Tagliatelle mit Kirschtomaten und Rucola für 19,50 Euro. Noch ein Beispiel? Penne mit Basilkum-Pesto für 20 Euro. Wenn man dann so liest, was in den denselben Restaurants an Fisch- und Fleischkreationen im Angebot ist, dann merkt man, dass die Küchenchefs auf vegetarisch und vegan eigentlich überhaupt keinen Bock haben.

Ich bin schon seit 25 Jahre Vegetarierin und habe auf Sylt sehr oft das Gefühl, kulinarisch ins Jahr 1990 zurückgebeamt zu sein. Da war Vegetarismus noch absolut exotisch, dementsprechend karg war das Angebot und dementsprechend wurde man behandelt, und zwar so ziemlich überall. Wenn du mal ausprobieren willst, wie das damals so war, dann frag mal in einem Sylter Restaurant im Jahre 2017 nach, ob du die Kartoffelsuppe auch ohne Einlage haben kannst – aber schnall dich vorher lieber an.

Aber nochmal: es gibt auch Ausnahmen.

Essen auf Sylt: meine zweieinhalb Tipps gegen kulinarischen Frust

Was mich auf Sylt oft gestört hat ist, dass es manchmal die simpelsten Sachen nicht gibt, und dass allgemeine Unflexibilität herrscht. So sass ich zum Beispiel mal in Hörnum in einem Cafe mit angeschlossener Bäckerei, es war 11 Uhr 30, und es war nicht möglich, ein Brötchen mit Käse zu bekommen – erstens, weil sowas nicht auf der Karte steht, und zweitens, weil keine Frühstückszeit mehr ist. Gegessen wird also, was auf den Tisch kommt, bzw. auf der Karte steht. Punkt.

Ein anderes Thema sind Pommes, und zwar in Westerland. Zwar gibt es dort eine Filiale der bekannten amerikanischen Burger-Restaurantkette, aber deren Pommes finde ich nicht so klasse, ich will lieber die dicken Imbissbuden-Pommes, ihr wisst schon, welche ich meine. Und die waren in den vergangenen Jahren in ganz Westerland nicht zu finden, bis ich irgendwann rein zufällig einen völlig versteckt gelegenen Imbisswagen entdeckt habe, die hatten dann welche. Hurra. Und damit leite ich jetzt mal zu meinen zweieinhalb kulinarischen Tipps über. Warum eigentlich nur so wenig? Weil ich auf Sylt essenstechnisch aus den genannten Gründen bisher meistens sehr improvisiert habe. Bei meinem letzten Aufenthalt habe ich aber zwei kulinarische Entdeckungen gemacht, die ich euch unbedingt weiterempfehlen will.

Coole Burger-Bude: die ‚Beach Box‘

Mein erster Tipp ist die ‚Beach Box‘. Dabei handelt es sich um den vormaligen Imbisswagen, bei dem ich vor Jahren die richtigen Pommes bekommen habe. Als ich dieses Mal wieder hinkam, konnte ich schon weitem die Menschenmassen sehen, die dort anstanden, was mich erstmal ein bisschen überrascht hat, denn so richtig was los war da eigentlich früher nie. Als ich dann näher kam, sah ich, dass der Imbisswagen sich in eine hippe Burgerbude im Beachstyle transformiert hatte, was offenschtlich grossen Anklang fand.

Die haben dort einiges an interessanten Burgern im Angebot und die Pommes sind Eins A. Ich war völlig begeistert und habe mich gefragt, warum es sowas in Westerland nicht schon viel früher gegeben hat. Wenn ihr gerne Burger esst, oder schlicht und einfach keine Fischbrötchen mehr sehen könnt, unbedingt mal hingehen, aber längere Wartezeiten einplanen. Ihr findet die Beach Box am Strandübergang Käpt’n-Christiansen-Strasse in Westerland. Auf den Bildern sieht es da übrigens so leer aus, weil noch nicht geöffnet war.

 

 

Einfach märchenhaft: das Cafe Mateika

An Kaffee und Kuchen mangelt es auf Sylt auch absolut nicht. Gute Cafes gibt es quasi an jeder Ecke und so richtig miserablen Kuchen habe ich dort noch nirgends bekommen – im Gegenteil. Wegen dieses Überangebots wäre es eigentlich nicht nötig, irgendein Cafe besonders zu empfehlen, aber es gibt doch eins, das so speziell ist, dass ich dir wirklich ans Herz lege, da mal hinzugehen: das Cafe Mateika in der Bismarckstrasse 13 in Westerland. Hier gibts auch guten Kuchen, es gibt Frühstück und es gibt Brötchen. Was dieses Cafe aber so besonders macht, ist das zauberhafte Ambiente. Jawohl, zauberhaft ist genau das richtige Wort. Im Cafe Mateika habe ich mich gefühlt, als wäre ich versehentlich in einen tschechischen Märchenfilm gestolpert. Alles ist extrem liebevoll bis zum Anschlag dekoriert, es ist weder modern noch hip, sondern eben die Märchenfilmversion eines altmodischen Kaffeehauses. Ich bin ja eigentlich ein Fan von minimalistischen, puristischen Ausstattungen, aber das hier war so perfekt inszeniert, dass ich einfach nur hellauf begeistert war und mich gar nicht sattsehen konnte. Übrigens vermieten die Inhaber in den oberen Etagen des Hauses auch einige Zimmer, die im selben Stil ausgestattet sind, wie das Cafe. Ich durfte mir kurz zwei davon anschauen – man fühlt sich da wie im Paralleluniversum, das Gesamtkonzept vom ‚Mateika‘ ist wirklich völlig genial. Auf der Webseite des Cafes ist zu lesen, dass sie der neumodischen ‚To go‘-Kultur etwas entgegensetzen wollen – finde ich grandios.

 

 

Mein kulinarischer Rettungsanker: die ‚Salatkogge‘

Zwei Tipps hatten wir jetzt schon, aber ich hatte ja zweieinhalb versprochen. Der noch fehlende halbe Tipp ist die ‚Salatkogge‘ in der Strandstrasse 28 in Westerland, kurz vom Strandübergang. Das ist kein Restaurant, sondern einfach nur ein sehr unscheinbares, alteingesessenes Fisch- und Salatgeschäft. Ich hab davon keine Bilder gemacht, weil ich eigentlich nicht vorhatte, diesen Laden zu erwähnen. Aber als ich über das Thema Essen auf Sylt nachgedacht habe, ist mir aufgefallen, dass ich da bei jedem Sylt-Aufenthalt fast täglich reingehe, weil die so leckere Sachen haben. Es gibt dort auch in erster Linie Fisch, Fischsuppe und Fischbrötchen, aber im Gegensatz zu den anderen Fischbrötchenshops haben die in der ‚Salatkogge‘ auch eine grosses Auswahl an vegetarischen und veganen Salaten, alles hausgemacht, alles frisch, nach traditionellen Rezepten. Ich finde das Angebot dort absolut herausragend, deshalb sollte dieser Tipp hier nicht fehlen. Und eigentlich ist es auch nicht richtig, das nur als halben Tipp zu bezeichenen, weil das kein Restaurant ist – eigentlich ist es ein ganzer Tipp, die sind einfach gut.

Soviel zum Thema Essen auf Sylt. Wenn du eigene Tipps hast, vor allem im vegetarischen oder veganen Sektor, dann hinterlasse doch einfach einen Kommentar.

 

 

 

 

 

 

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