Wie findet man ein Hotel mit perfektem Meerblick?

Ostsee mit Strand und Promenade in Travemünde

Der perfekte Meerblick. Egal, ob Nordsee, Ostsee, Spanien, Portugal, Griechenland oder sonstwo, ein perfekter Meerblick aus dem Hotelzimmer ist wohl der Urlaubstraum sehr vieler Menschen, die Strandurlaub gebucht haben.

Geht mir übrigens genauso. Die Suche nach dem perfekten Meerblick, idealerweise schon vom Bett aus, betreibe ich unermüdlich seit ich angefangen habe zu reisen. Manchmal hat’s geklappt, aber sehr oft wurde ich auch enttäuscht.

Und ich weiss, dass ich mit der Enttäuschung nicht alleine bin. In den Anfangstagen meines Blogs habe ich einen Artikel zu diesem Thema geschrieben. Er heisst ‚Reinfälle vermeiden: Zimmer mit Meerblick‘ und ist bis heute mit Abstand der meistgelesene Artikel von allen.

Jedes Mal in der Urlaubssaison gehen die Klickzahlen besonders stark nach oben, und ich kann an der Statistik sehen, dass der Artikel oft aus den klassischen Urlaubsländern wie Spanien, Griechenland, Portugal etc. aufgerufen wird.

Google-Suchbegriffe dazu sind häufig ‚Was ist ein seitlicher Meerblick?‘, ‚Meerblick Definition‘ , ‚Reiserecht‘ und so weiter. Wenn ich diese Suchanfragen lese, sehe ich die enttäuschten Urlauber förmlich vor mir.

Diesen Menschen würde ich wirklich von Herzen gerne weiterhelfen, und aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, noch etwas zu diesem Thema zu schreiben, was den alten Artikel um einiges ergänzt.

Aber gleich mal Spoiler-Alarm: die Garantie auf den perfekten Meerblick gibt es nicht, und auch ich falle gerne immer mal wieder rein, auch wenn ich die typischen Fallen bei der Buchung kenne. Man kann aber das Risiko minimieren wenn man weiss, worauf man achten muss, und wie man vorab am besten recherchiert.

Vieles, was ich hier schreibe sind eigentlich Binsenweisheiten, aber trotzdem führe ich hier alles nochmal auf, damit man alle Punkte wie bei einer Checkliste bei jeder Hotelsuche nochmal abhaken kann.

 

Sehr guter Meerblick aus meinem Zimmer im Hotel Jardin Tropical auf Teneriffa

 

 

Hotel mit perfektem Meerblick heisst nicht automatisch Zimmer mit perfektem Meerblick

 

Auch wenn ein Hotel wirklich in erster Reihe am Meer liegt, haben nicht notwendigerweise alle Zimmer Meerblick, auch wenn es natürlich Hotels gibt, wo das tatsächlich der Fall ist.

Deshalb gibt es meistens verschiedene Zimmerkategorien wie Meerblick, seitlicher Meerblick, Gartenblick, Stadtblick etc. und obendrein noch alle möglichen Phantasiekategorien.

Zwar ist reiserechtlich ziemlich genau definiert, was das genau zu heissen hat, in der Praxis sind die Hotels aber gerne sehr flexibel bei der Auslegung.

Was man immer im Hinterkopf haben sollten, wenn man sich die schönen Hotelbilder im Internet oder in Katalogen anschaut: so ziemlich jedes Hotel hat auch ’schlechte‘ Zimmer und schlecht bedeutet hierbei häufig die Lage. Die kann recht katastrophal ausfallen und zwar auch in höherklassigen Hotels, wo die meisten Zimmer schön gelegen sind. Vorsicht also grundsätzlich bei Sonderangeboten, oder sogenannten Spar- oder Economy-Zimmern – letztere haben aber sowieso nie Meerblick.

 

Zimmerkategorien: was heisst Meerblick, was heisst seitlicher Meerblick?

 

Zu den gängigen in Deutschland und bei deutschen Reiseveranstaltern und Portalen verwendeten Kategorien habe ich sehr ausführlich in dem Artikel ‚Reinfälle vermeiden: Zimmer mit Meerblick‘ geschrieben, den ich am Ende dieses Textes nochmal gesondert verlinken werde.

Hier nur soviel: Meerblick ist, wenn man das Meer sieht und hier erkennt man ja schon, wo die Falle liegt. Wieviel Meer, was noch so alles zu sehen ist und wie weit das Meer weg ist, ist nicht wirklich geregelt, wenn ein Hotelier diese Kategorie vergeben will.

Auf drei Sachen möchte ich aber nochmal genauer eingehen, weil sie mir so oft begegnen: Meerseite, Phantasiekategorien und assoziative Beschreibungen.

Zunächst mal Meerseite: das bedeutet, dass das Zimmer zu der Seite gelegen ist, wo sich das Meer befindet. Ansonsten heisst das nichts. Meine Wohnung liegt mitten in Berlin und hat zum Beispiel gleich zwei Meerseiten: eine Seite zur Ostsee, die andere zum Mittelmeer. Wenn das keine Top-Lage ist….

Meerseite ist ein Begriff, der in der Hotelvermarktung oft schamlos ausgenutzt wird. Viele Leute wissen schlicht und einfach nicht, was damit gemeint ist und gehen davon aus, dass sie das Meer vom Zimmer aus sehen können – und das werden sie definitiv nicht. Besonders gemein ist es, wenn eine Beschreibung noch zusätzlich mit Begriffen ausgeschmückt wird, die automatisch Assoziationen beim Leser auslösen und ihn damit in die falsche Richtung führen.

Sehr schöne Beispiele dafür gibt es z.B. immer wieder in Westerland auf Sylt. Dort stehen direkt in erster Reihe zum Meer 12stöckige, sehr unschöne Hochhäuser. Die Apartments, die in diesen Gebäuden auf der Meerseite liegen, haben auch Meerblick. Die zur Landseite haben das nicht.

Solche Hochhäuser stehen aber auch in zweiter Reihe, also in der Parallelstrasse dahinter. Die Werbung für solche Objekte aus der 2.Reihe lautet dann gerne: Meerseite, nur 2 Minuten zum Strand. Jetzt frage dich mal, was du bei ‚Meerseite, 2 Minuten zum Strand‘ für ein Bild im Kopf hast? Bestimmt nicht das, was es in diesem Fall heisst: Blick auf die Rückseite eines 12geschossigen Plattenbaus aus einer sehr dunklen Wohnung. Dunkel, weil die Strasse wegen der hohen Gebäude im Dauerschatten liegt. Das mit den 2 Minuten zum Strand ist übrigens korrekt, man sieht ihn nur nicht. Aber das hat ja auch keiner behauptet.

Genau wie bei meinem zweiten Beispiel, auch aus Westerland: Ferienwohnung mit Terrasse direkt am Strandübergang.

Was assozierst du mit ‚Terrasse direkt am Strandübergang‘ ? Westerland wird durch hohe Dünenwälle geschützt, und die liegen logischerweise zwischen Ort und Strand. Der Strandübergang führt über diese Dünen und wenn du nicht in einem hohen Gebäude auf einer der oberen Etagen wohnst, siehst du nur diesen Dünenwall und eine Treppe. Und an den meisten Strandübergängen den riesigen Parkplatz davor, wo den ganzen Tag über sehr viel Lärm und Getöse durch An- und Abfahrt stattfindet – direkt vor der Terrasse, auf der du sitzt und den Strandübergang, aber nicht den Strand anschaust.

Wer Westerland kennt weiss das natürlich, aber wie bei allen Orten sind es dementsprechend die Leute, die zum ersten Mal dorthin fahren, die am ehesten reinfallen. Aufpassen also, was für Bilder du im Kopf hat, wenn du eine Unterkunftsbeschreibung liest – überlege genau, was davon Fakten sind, und was davon Phantasie, die durch deine Wunschvorstellungen so richtig getriggert wird.

 

Einen sehr schönen Meerblick gibt es aus allen Zimmern im Hotel Neptun in Warnemünde

 

 

Superior, Royal und Splendid – bei der Erfindung von Zimmerkategorien sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt

 

In den letzten Jahren fällt mir auf, dass Hotels immer öfter zusätzliche Kategorien anbieten, die über die üblichen althergebrachten Einteilungen hinausgehen.

Oftmals sind diese mit sehr wohlklingenden Namen benannt, die auch wieder positive Assoziationen auslösen, wie z.B. ‚Royal‘ oder ‚Splendid‘.

Im Grunde ist da ja nichts gegen zu sagen, wenn ein Hotelier meint, seine Kategorien noch weiter differenzieren zu müssen. Die Frage ist nur, wie transparent das für Gast abläuft.

Ich erinnere mich an ein Hotel auf Mallorca. Die für mich bei meinem Pauschalreiseveranstaler buchbaren Kategorien hiessen seitlicher Meerblick und Meerblick, und dann gab es noch die Kategorie, wo der Blick nicht näher bezeichnet wurde, d.h. die Zimmer gingen nach hinten zur Strasse.

Mein Meerblickzimmer zeigte zur selben Seite, wie die Zimmer mit seitlichem Meerblick. Auf meine Beschwerde hin reagierte der Rezeptionist beleidigt und meinte, die Zimmer, die ich wollte, würden ‚Splendid‘ heissen, das wären Eckzimmer mit grosser Fensterfront. Ich habe da allerdings noch andere Zimmer gesehen, die direkt zum Meer zeigten und nicht an der Ecke lagen, aber daraufhin reagierte er noch beleidigter und meinte, er hätte nichts frei und tat so, als hätte ich ihn des Betruges beschuldigt.

Das habe ich dann mit der Vertreterin meines Reiseveranstalters besprochen, die erklärte, das Reiserecht besagt, dass es ‚direkter Meerblick‘ ist, wenn man gerade auf seinem Balkon steht, und den Kopf nicht weiter als 45 Grad drehen muss, um das Meer zu sehen. – Wieder was gelernt! Das war übrigens in meinem Zimmer tatsächlich der Fall, wenn auch nur knapp. In den Zimmern, die ich gerne gehabt hätte, wäre die nötige Kopfdrehung aber null Grad gewesen, um das Meer zu sehen.

Was ich damit sagen will: man sollte genau recherchieren, ob das Hotel irgendwelche Kategorien anbietet, die einen Fantasienamen tragen, und die teurer sind, als die Meerblickkategorie. In dem Fall lässt der ordinäre Meerblick mit Sicherheit zu wünschen übrig.

Sehr oft genutzt wird auch die Kategoriebezeichnung ‚Superior‘. Da liegt ja auf der Hand, dass so ein Zimmer irgendwie besser sein muss, als das normale Doppel- oder Einzelzimmer, aber was das genau bedeutet ist auch nicht immer offensichtlich. Das kann die Lage sein, die Größe, die Ausstattung oder aber, dass die letzte Renovierung des Zimmers noch nicht so lange her ist.

Speziell auf den Kanaren habe ich es oft erlebt, dass die grossen Hotels während grundlegenden Renovierungen geöffnet blieben, weil immer nur Teilbereiche erneuert wurden und nicht alles auf einmal. Konkret hiess das einmal auf Fuerteventura, dass ich in ein Meerblickzimmer gesteckt wurde, was vor 25 Jahren das letzte Mal runderneuert wurde und auch dementsprechend aussah – das Interieur passte absolut nicht mehr zum Rest des schon renovierten Hotels und man hatte das Gefühl, man wäre versehentlich im Nachbarhotel gelandet. Auf die Beschwerde hin bekam ich ein anderes Zimmer, was nicht nur so neu war, dass es noch nach Farbe roch, sondern obendrein noch über eine Nespressomascine verfügte. Wie ich später erfuhr, war das Meerblick Superior, was mein Reiseveranstalter gar nicht im Angebot hatte.

Bei den Zimmerkategorien sind die Leute, die eine Pauschalreise buchen, oder aber ein Buchungsportal nutzen, klar im Nachteil, da meist nicht alle im Hotel vorhandenen Kategorien über diese Wege buchbar sind. Und das bedeutet, dass man meist nichts davon ahnt, dass es noch andere Kategorien geben könnte.

 

Diesen perfekten Meerblick bekommst du im Grand Hotel Seeschlösschen Timmendorfer Strand

 

Pauschalreise oder Buchungsportal, aber trotzdem perfekter Meerblick

 

Pauschalreisen haben ja so ihre Vorteile. Es ist bequem, man ist relativ gut abgesichert, Transfer Flughafen – Hotel und zurück ist inbegriffen, man hat einen Ansprechpartner bei Beschwerden und dieser muss sich auch kümmern, wenn es grundlegende Probleme gibt, wie z.B. Streiks, Unwetter etc.

Nachteile gibt es natürlich auch. Von der Massenabfertigung mal abgesehen ist es auch so, dass man in den meisten Hotels weniger Auswahl bei den Zimmerkategorien hat, was besonders für Einzelreisende gilt. Ist nicht immer so und war auch früher definitiv schlimmer, kommt aber immernoch vor.

 

Pauschalreisen und ihre Nachteile

 

Pauschalreiseveranstalter reservieren vor der Saison Zimmerkontingente bei den Hotels und handeln dafür spezielle Preise aus. Dafür übernimmt der Veranstalter Werbung und Verkauf und sorgt im Idealfall dafür, dass das Hotel mehr Gäste hat, als wenn es auf die Kooperation mit Veranstaltern verzichten würde.

Der Haken ist, dass nicht jeder Veranstalter alle Zimmerkategorien einkauft, und der Kunde nicht ahnt, dass es noch was besseres geben könnte, als das, was er gebucht hat.

Und was auch oft vorkommt: ein Veranstalter bekommt aufgrund des ausgehandelten Preises nur die schlechteren Zimmer einer Kategorie zugewiesen.

Habe ich gerade erst wieder gehört: ein Kunde hat in einem 7stöckigen Hotel auf Teneriffa ein Meerblick-Zimmer gebucht und vorab per Mail beim Hotel um eine möglichtst hohe Etage gebeten. Bekommen hat er den 2.Stock mit Blick auf eine Shopping Mall und nur sehr wenig Meer. Diese Zimmerkategorie gab es auch auf den höhren Etagen, aber auf Nachfrage wurde ihm an der Rezeption gesagt, das läge an seinem Reiseveranstalter und höhere Etagen wäre für ihn bei dem Veranstalter nicht möglich. Sowas steht natürlich nie im Katalog oder Reiseangebot.

Da wäre ich übrigens auch drauf reingefallen: die Kategorie heisst Junior Suite mit Meerblick, und mit dieser Bezeichnung hätte ich mich auf der sicheren Seite gewähnt.

Übrigens: Junior Suite ist eine höhere Zimmerkategorie als Doppelzimmer, entpuppt sich aber oft als Mogelpackung, indem einfach nur ein Sofa ins Zimmer gestellt wird.

Es gibt meist mehr Doppelzimmer als Suiten in einem Hotel, und die Chance, dass die Lage des Doppelzimmers besser ist als die der Junior Suite ist durchaus gegeben. Oftmals wird die schlechte Lage eines Zimmer dadurch aufgewertet, dass es zu einer Junior Suite umdeklariert wird. Deshalb Vorsicht, wenn dir ein Rezeptionist freudestrahlend verkündet, dass du ein kostenloses Upgrade bekommen hast. Das kann toll sein, muss aber nicht. Kategorie-Namen sind wirklich nur Schall und Rauch.

 

Buchungsportale und ihre Nachteile

 

Auch Buchungsportale wie Booking.com, hotel.de, Expedia etc. haben so ihre Nachteile, allerdings nicht so viele, wie die Pauschalveranstalter.

Die Hotels zahlen eine Gebühr an das Buchungsportal, wenn sie sich darüber vermitteln lassen und geben deshalb nur bestimmte Zimmer-Kontingente frei, während der Rest über die Hotel-Webseite direkt verkauft wird.

Auch hier ist es häufig so, dass nicht alle Kategorien buchbar sind, sondern oft nur die Standardvarianten.

Allerdings ist die Auswahl erheblich grösser, und das was man bucht ist sehr genau beschrieben. Mein Lieblingsbuchungsportal ist ja booking.com, für das ich hier immer wieder gerne Werbung mache. Ich finde das Angebot dort sehr transparent und buche dort sehr oft.

Trotzdem habe ich es mir angewöhnt, immer auch auf der Hotelwebseite direkt nachzuschauen, ob es noch mehr Kategorien gibt, die mir besser gefallen.

Ist dies nicht der Fall, buche ich über Booking, da das preislich meist keinen Unterschied machen, aber die Stornobedingungen bei Booking meist besser und vor allem bequemer sind, als über das Hotel direkt. Aber: kommt auf den Einzelfall an!

 

Gar nicht übel fand ich den Meerblick im Hotel Nobu auf Ibiza

 

Nutze Google Maps und Google Street View

 

Wenn du an einen Ort reisen willst, an dem du noch nie warst und keinen Hotel-Reinfall erleben willst, sind Google Maps und Google Street View ganz klar deine Freunde!

 

Was du bei Google Maps recherchieren solltest

 

Wichtig ist ja bei einem Hotel mit Meerblick nicht nur, wie nah es tatsächlich am Wasser liegt, sondern auch, was da drumherum noch so alles ist. Oder anders gesagt: der durchgängig geöffnete Irish Pub direkt vor deinem Erdgeschoss-Zimmer mit Terrasse kann deinen Urlaubsgenuss ziemlich beeinträchtigen, auch wenn du das Meer sehen kannst.

Google Maps zeigt dir unter anderem an, welche Art von Gastronomie sich in deiner Umgebung befindet. Obacht ist geboten bei dem schon erwähnten Irish Pub, Musikkneipen, Sports Bars, Clubs und Diskotheken, oder auch einfach nur lange geöffnete Restaurants mit Aussenerrasse. Diese Art von Etablissements können deinen Schlaf sehr beeinträchtigen. Bedenke auch: die bekommen öfters Lieferungen und der Glasmüll wird abgeholt – gerne um 7 Uhr morgens.

Und so schön es einerseits auch ist – auch die Lage direkt an einer Strandpromenade kann sehr problematisch sein.

 

Was du bei Google Street View sehen kannst

 

Bei Google Street View kannst du zumindest einen gewissen Eindruck bekommen, wie das Hotel und seine Umgebung tatsächlich aussehen – und das sollte man auch nutzen.

Manchmal ist das Hotel wirklich toll fotografiert, aber die die Umgebung ist ausgesprochen trostlos oder hässlich. Oder es befindet sich was sehr Fürchterliches in direkter Umgebung – Klassiker ist da schon seit ewigen Zeiten ein Luxus-Hotel auf Kreta, hinter dem sich ein riesiges Heizkraftwerk befindet.

Oder aber ein Luxus-Hotel in Corralejo auf Fuerteventura direkt am Strand, der zwar feinsandig ist, aber mit grossen schwarzen Felsen durchsetzt. Diese Felsen sind sehr unfotogen und auf allen ‚offiziellen‘ Bildern wegretuschiert, was wirklich eine absolute Unverschämtheit ist.

 

Tripadvisor & Co – warum Bewertungsportale unverzichtbar sind

 

Ganz ehrlich: ich würde nie ein Hotelzimmer buchen, ohne mich vorher auf den einschlägigen Portalen umgeschaut zu haben. Zwar wird oft darüber berichtet, dass Bewertungen Fake sind oder gekauft, aber ich finde, man kann dort trotzdem eine Menge echte Informationen bekommen.

Als erstes schaue ich mir immer an, wieviele Bewertungen es ingesamt gibt, und wie diese statistisch verteilt sind.

Fakt ist: es gibt Leute, die meckern immer und überall und über alles, deshalb gibt es für die meisten Hotels auch immer eine gewisse Anzahl von schlechten und sehr schlechten Bewertungen.

Wenn die meisten Bewertungen aber gut bis sehr gut sind, kann man die negativen Stimmen in so einem Fall aber getrost vernachlässigen – sollte sie aber trotzdem durchlesen.

Was anderes ist es, wenn die Mehrzahl der Bewertungn schlecht sind – dann hat das seine Gründe. Oder aber: wenn es in allen Kategorien von sehr gut über mittel bis schlecht viele Bewertungen gibt. Das heisst, dass das Hotel bestenfalls durchwachsen ist, und dass die Wahrscheinlichkeit durchaus gegeben ist, dass man selber auch Abstriche machen wird und in gewissen Bereichen enttäuscht werden wird.

Wichtig ist auch: aus jeder Kategorie von sehr gut bis schlecht ein paar Bewertungen lesen, dadurch kann man sich durchaus ein einigermassen realistisches Bild machen.

Und: wenn gewisse Dinge immer wieder bemängelt werden, dann ist das höchstwahrscheinlich auch tatsächlich so.

Aber Obacht: auch darauf achten, von wann die Bewertung ist. Wenn negative oder auch positive Bewertungen schon viele Jahre zurückliegen, kann sich die Lage grundlegend gewandelt haben. Vor allem bei negativen Kommentaren bin ich da immer hellhörig und gebe Hotels manchmal trotzdem eine Chance, weil sich sehr oft wirklich ernsthaft bemüht wird, Mißstände zu beseitigen und sich ehrlich zu verbessern.

Ein gutes Zeichen ist übrigens, wenn das Hotel mit einem individuellen Text auf die Bewertungen antwortet.  Ein schlechtes Zeichen ist, wenn immer nur derselbe Standardtext gepostet wird – da wäre meiner Meinung nach gar keine Antwort die bessere Wahl.

 

Im Hotel Budersand auf Sylt war der Meerblick aus meinem Zimmer so perfekt, dass ich mich fast schon wie auf einem Schiff gefühlt habe

 

Traumhaft schöne Hotelbilder -was davon zu halten ist

 

Offizielle Hotelbilder sind ja immer perfekt, wunderschön, die Sonne scheint und der Himmel ist blau. Die Betten sind gemacht und im Zimmer stehen Blumen.

Die Realität sieht bekanntermassen meistens anders aus. Es regnet, die Betten sind zerwühlt, die Koffer stehen im Weg und überall liegt was rum. Das weiss man natürlich, aber trotzdem lässt man sich von den offiziellen Hotelbildern gerne verführen. Ohne schöne Bilder lässt sich kein Hotelzimmer verkaufen heisst es immer wieder.

Dass sich auch hier wieder eine grosse Enttäuschungsfalle verbirgt ist ja klar. Ich selber liebe auch schöne Hotelbilder und kann so richtig darin schwelgen. Trotzdem nutze ich auch hier wieder die Bewertungsportale, denn dort können ja auch die Nutzer ihre Fotos einstellen und nicht nur die Anbieter. Und diese Bilder kommen der Wahrheit meist erheblich näher, was durchaus desillusionierend sein kann.

Da ist der Himmel grau, das Zimmer unaufgeräumt und der Blick aus dem Fenster nicht perfekt. Die meisten Menschen fotografieren lange nicht so gut wie die Profis und das ist ein klarer Vorteil, wenn man sich ein Bild davon machen möchte, wie es wirklich in einem Hotel aussieht.

Das ist also eigentlich mein wichtigster Tipp: guckt euch unbedingt die Nutzerfotos beispielsweise auf Tripadvisor an, vergleicht diese mit den offiziellen Bildern und entscheidet dann, ob ihr das Hotel immernoch schön findet.

 

So findest du dein Traumhotelzimmer mit Meerblick – die Checkliste

 

  1. Überprüfe bei Google Maps oder aber bei der Lageansicht eines Hotels bei Booking.com, ob das Gebäude wirklich in erster Reihe am Meer liegt, oder ob es bessere Alternativen gibt
  2. Vergleiche die angebotenen Zimmerkategorien deines gewählten Hotels bei verschiedenen Anbietern: Pauschalreiseveranstalter, Booking.com und Hotelwebseite
  3. Schau dir nicht nur die offiziellen Hotelfotos an, sondern auf jeden Fall auch die von den Nutzern eingestellten Bilder auf Bewertungsportalen
  4. Überprüfe auf Google Maps und Google Street View, ob es irgendwelche Störfaktoren in der Nähe deines Hotels geben könnte, wie laute Kneipen etc.
  5. Lies genau die Beschreibungstexte eines Hotels oder Zimmers durch und lass dich nicht durch deine eigenen Wunschvorstellungen und Phantasien in die Irre führen
  6. Wenn du im Hotel angekommen und unzufrieden mit dem Zimmer bist, auch wenn keine ojektiven Mängel vorliegen: schildere an der Rezeption höflich deine Wünsche, die meistens Hotels (nicht alle!) werden sich bemühen, diese Wünsche zu erfüllen, da sie zufriedene Gäste haben möchten

 

Und zum guten Schluss noch der Link zum schon erwähnten Artikel ‚Reinfälle vermeiden: Zimmer mit Meerblick‘, wo du noch detailliertere Informationen zu den Zimmerkategorien findest.

 

Falls dir die Meerblick-Bilder in diesem Artikel gefallen haben und du mehr über die Hotels erfahren möchtest, verlinke ich hier die entsprechenden Artikel:

Das Artikelbild ist aus meinem Zimmer im Hotel Strandschlösschen in Travemünde aufgenommen

 Hotel Jardin Tropical – Traumhotel in Costa Adeje, Teneriffa

Mein Ostsee-Favorit -Hotel Seeschlösschen Timmendorfer Strand

Legendär: Hotel Neptun Warnemünde

Mein Lieblingshotel auf Ibiza: das Nobu in Talamanca

Der pure Luxus – Hotel Budersand, Sylt

 

Übrigens freue ich mich über eine Email, wenn ich dir mit meinen Tipps und Informationen weiterhelfen konnte.

info@annalisas-hotelworld.de